Gripsholm
Die Handlung der deutsch-österreichischen Koproduktion Gripsholm trägt autobiografische Züge und schildert Episoden aus dem Leben des Schriftstellers und Publizisten Kurt Tucholsky. Regisseur Xavier Koller gelingt es, in dem 104minütigen Streifen gekonnt, Sequenzen aus den Leben Tucholskys mit Szenen aus seinem Roman “Schloss Gripsholm” zu verbinden.
Kurt, gespielt von Ulrich Noethen, ist ein gefeierter Star der Berliner Kabarett-Szene. In seinen frivolen Chansons nimmt er kein Blatt vor den Mund und übt mit scharfer Zunge Kritik an den Machthabern seiner Zeit. Sein Verleger sieht einen Konflikt heranreifen und legt Kurt nahe, etwas romantisches, eine Liebesgeschichte zu schreiben. Kurt zeigt sich wenig begeistert und entgegnet desillusioniert: “Wer liebt denn heute noch”.
Als Kurt in seinen Sommerurlaub aufbricht, hat er die Schreibmaschine dennoch im Gepäck. Ideal scheinen die Vorrausetzungen für einen leichten Liebesroman vor der Kulisse des idyllischen Schlosses Gripsholm in Schweden zu sein. Zusammen mit seiner lebenslustigen Freundin Lydia, welche Heike Makasch verkörpert, genießt Kurt die Gastfreundschaft des Barons Valberg. Obwohl ihn immer wieder Gedanken an die politische Situation in Deutschland quälen, gelingt es Kurt zunächst, an der Seite seiner “Prinzessin”, eine unbeschwerte Zeit in Schweden zu verleben.
Plötzlich taucht Besuch auf, in Gestalt des Piloten Karlchen, einem Freund von Kurt, dargestellt von Marcus Thomas. Dieser bringt, neben einer Kiste Champagner, auch beunruhigende Nachrichten aus Deutschland mit. So erfährt Kurt, dass sein Name die Schwarze Liste der Machthaber anführt. Für seine Äußerung “Soldaten sind Mörder” soll Kurt der Prozess gemacht werden. Auch Lydia hat sich einen Gast eingeladen. Die Sängerin Billie vertreibt die trübe Stimmung. Es kommt zu gemeinsamen Ausflügen und erotischen Überraschungen.
Ein Spannungsmoment entlädt sich in einem Fliegerduell, wobei Kurt das Leben seiner Freunde aufs Spiel setzt. Es folgt ein schlimmer Streit zwischen den beiden Männern und Karlchen verlässt die Gruppe. Auch Billie sieht in Deutschland ihre Kariere als Schauspielerin gekommen und reist ab aus Schweden. Lydia vermittelt zwischen einem Hilfe suchenden kleinen Mädchen aus einem nahen Kinderheim und dessen Mutter. Gemeinsam mit dem Kind reist auch sie ab aus Gripsholm. Kurt dagegen entschließt sich, in Schweden zu bleiben und muss erkennen, dass die Zeit stärker als die Liebe sein kann.